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Patente „made in Taiwan“: Die Insel des Superlativs

Die Invention Show in Taipei lockte vom 1. bis 3. Oktober 2015 mit 577 Ausstellern und 995 Ständen rund 100.000 Besucher an. Foto: Fotolia, Taitra

Bei einem Besuch der Invention Show & Technomart in Taipei vom 1. bis 3. Oktober 2015 offenbaren sich faszinierende Einblicke in ein modernes Land mit sehr hohen Ansprüchen an sich selbst. Die dicht besiedelte Insel besticht mit Fortschrittsgeist, enormem Arbeitseifer und technologischen Superlativen. Die Zahl der Patentanmeldungen übersteigt dabei jedoch bei weitem den ökonomischen Nutzen der Innovationen für den Markt.

In Taiwan ist Größe das Wichtigste. Der erste Eindruck, dass Zahlen hier ein absoluter Fetisch sind, wird hier in der von den frühen portugiesischen Seefahrern im 16. Jahrhundert „Ilha Formosa“ genannten ostasiatischen Insel immer wieder bestätigt. Architektonischer Ausdruck dieser Sehnsucht nach Größe und Weltgeltung ist der Taipei 101, jener im Jahr 2004 eröffnete Turm im Finanzviertel der Hauptstadt, der bis zur Errichtung des arabischen Burj Khalifa 2009 einige Jahre der höchste Wolkenkratzer der Welt war und der auch heute noch – wie man hier nicht ohne Stolz betont – das höchste Bürogebäude der Welt ist. Vielleicht liegt der spürbare Ehrgeiz an der besonderen Geschichte dieses kleinen  Landes, das eigentlich gar kein souveräner Staat ist.

Offiziell anerkannt ist die Republik China (Taiwan) nur von 22 Staaten weltweit, in Europa gar nur vom Vatikan. Sogar die Schutzmacht USA erkennt Taiwan offiziell nicht mehr an. Zu mächtig ist hier der Einfluss von China auf der internationalen Bühne. Aus Sicht der großen Volksrepublik ist Taiwan bloß eine abtrünnige Provinz und droht eine militärische Besetzung der Insel an, falls Taiwan sich jemals für unabhängig erklären sollte. Ein schwieriges Umfeld also für die bloß 35.801 km2 große Insel, auf der mehr als 23 Millionen Menschen leben. Nach Bangladesh weist Taiwan mit 640 Einwohnern pro Quadratkilometer die zweithöchste Einwohnerdichte aller Flächenstaaten der Welt auf. Zahlen und Superlative sind hier omnipräsent. 

Mehr als 200 Erfinder wurden auf der Messe ausgezeichnet

Dieser Eindruck wird auch auf der drei Tage dauernden Invention Show bestätigt. Dem Besucher wird diese Veranstaltung in blumigen Worten als „größte Patentveranstaltung im ganzen asiatischen Raum“ beschrieben. Darüber kann der südkoreanische Journalistenkollege nur milde lächeln, um mir aus Höflichkeit gegenüber den Gastgebern dann erst später zu erklären, dass es in Seoul mehr als ein Dutzend Patentmessen gäbe, die alle weit größer seien. Superlative werden auch bei der Preisverleihung im Rahmen der Invention Show gesetzt. In einer länger als eine Stunde dauernden Prozedur wurden mehr als 200 Erfinder mit „Invention Awards“ in Platin, Gold, Silber und Bronze geehrt. Die Art und Weise, wie die Geehrten auf der Bühne von den zahlreich anwesenden Ministern und Vizeministern im Akkord beglückwunscht wurden, ist für Europäer ein eher skurriler Anblick, wurde jedoch von allen Beteiligten mit höchster Konzentration und Ernsthaftigkeit vollzogen. 

Lesen Sie den ungekürzten Artikel in der Ausgabe invent 4/2015!


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