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Ein neues Patent macht Kunstwerke identifizierbar

Verleiht ein Museum Gemälde für eine Ausstellung an ein anderes Haus, ist es üblich, die Echtheit vor der Versendung noch einmal von einem Experten untersuchen und dokumentieren zu lassen. Kommt das Bild zurück, muss es erneut kontrolliert werden – um sicherzustellen, dass auch wirklich das ausgeliehene Exponat zurückgeschickt worden ist.
Der Stift enthält eine schnell trocknende und stark haftende Trägerflüssigkeit, in der sich die vollkommen fälschungssichere Lanthanoid-basierte SARDSicherheitssubstanz befindet.
Credit: SARD
Die Substanz verfügt über eine einzigartige, maßgeschneiderte Zusammensetzung mit individuellen Emissionsspektren und kann nur mit einem eigens dafür entwickelten Laser-Messgerät detektiert und dechiffriert werden.
Credit: SARD

Das junge Schweizer Unternehmen „swiss authentication research and development AG“ entwickelte ein Verfahren, das eine einfache Kontrollmöglichkeit für die Originalität von Kunstwerken und umfangreiche Museumsbestände ermöglicht. Ein spezieller Markierstift und ein handliches Messgerät sorgen für unkomplizierte Überprüfung durch die Kennzeichnung mit einer patentierten Lanthanoid-basierten Sicherheitssubstanz.

von: Stefan Zwickl

Im Jahr 2010 traf es das Musée National d'Art Moderne in Paris, 2012 die Kunsthal Rotterdam: Beide Museen wurden Opfer eines spektakulären Kunstraubs, bei dem Gemälde berühmter Maler wie Picasso, Matisse und Monet entwendet wurden. Bis heute sind die betroffenen Meisterwerke verschollen. Sollten sie irgendwann wieder auftauchen, müssen sich die ExpertInnen eine Frage stellen: Handelt es sich tatsächlich um die Originale? Geklärt werden kann diese Frage bis dato nur durch sehr aufwändige und teure Analysen im kunsttechnischen Labor. Die eingesetzten Methoden werden jedoch nicht nur bei Diebstählen, akutem Fälschungsverdacht oder genereller Bestätigung der Echtheit von Kunstwerken herangezogen, sondern gehören in Museen zur alltäglichen Praxis, beispielsweise bei der Ausleihe von Exponaten. Schließlich wollen verleihende Museen auch wieder ihr Original retourniert bekommen und nicht ein Plagiat. Seit kurzem gibt es eine einfache und patentierte Methode, um ein Kunstwerk innerhalb von Sekunden eindeutig zu identifizieren: Die "swiss authenticationresearch and development AG" (SARD) hat einen speziellen Markierstift entwickelt, mit dem sich beispielsweise die Rückseite einer Leinwand kennzeichnen lässt. Er enthält ein schnell trocknendes und stark haftendes Trägermedium, in der sich die vollkommen fälschungssichere Lanthanoid-basierte SARD-Sicherheitssubstanz befindet. Sie verfügt über eine einzigartige, maßgeschneiderte Zusammensetzung mit individuellen Emissionsspektren und kann nur mit einem eigens für diese Anwendung entwickelten Laser-Messgerät detektiert und dechiffriert werden. "Wird ein Gemälde für eine Ausstellung in einem anderen Museum ausgeliehen, ist es üblich, dessen Echtheit vor der Versendung noch einmal von einem Experten untersuchen und dokumentieren zu lassen", erklärt Dieter Ebert, CTO bei SARD. "Kommt das Bild zurück, muss es erneut kontrolliert werden - um sicherzustellen, dass auch wirklich das ausgeliehene Exponat zurückgeschickt worden ist." Dafür stehen im kunsttechnischen Labor bislang verschiedene und zum Teil sehr aufwändige und teure Methoden zur Verfügung: Bei besonders kostbaren Kunstwerken werden Farbabstriche vorgenommen und im Gaschromatographen untersucht. Auch Röntgenfluoreszenz-Analysen oder C14-Methoden können herangezogen werden, um das Alter eines Kunstobjekts zu bestimmen und sicherzustellen, dass auf dem Weg zwischen zwei musealen Häusern kein Austausch mit einer Kopie vorgenommen worden ist. "Festgehalten wird dies in einem Zertifikat, das jedoch nicht untrennbar mit dem Kunstwerk verbunden ist und damit unter Umständen auch verloren gehen kann - was eine erneute aufwändige Untersuchung nach sich ziehen würde", so Ebert.

INNOVATIVE MÖGLICHKEIT FÜR DIE MARKIERUNG VON KUNSTWERKEN

Der Sicherheitsexperte SARD hat nun jedoch eine Methode entwickelt, mit der Kunstwerke von allen Museumsmitarbeitern sehr einfach und schnell identifiziert werden können - ohne bei jeder Leihe und Rückgabe die Begutachtung durch einen Experten oder Laboranalysen erforderlich zu machen. "Wir haben einen Markierstift konzipiert, in dem - in einer Trägerflüssigkeit- die SARD-Sicherheitssubstanz enthalten ist", erläutert Ebert. "Mit diesem Stift kann direkt auf dem Kunstobjekt, das heißt beispielsweise auf der Rückseite einer Leinwand, eine kleine Markierung angebracht werden, die völlig fälschungssicher ist." Dies liegt an der speziellen Zusammensetzung der SARD-Substanz: Sie enthält eine kundenspezifische Mischung aus Lanthanoiden, die ein sehr komplexes, hochkovalentes und dotiertes Kristallgitter bilden. Bei der Produktion werden in einem patentierten Verfahren zu einem definierten Zeitpunkt in kleinsten Mengen Fremdstoffe hinzugefügt, die das Emissionsspektrum maßgeblich verändern. Durch Anregung im UV- oder IR-Bereich sendet die Substanz die kundenspezifischen optischen Spektren aus. Diese sind in einem zugehörigen Detektor, der von SARD eigens für diese Anwendung entwickelt wurde, hinterlegt und werden nur von diesem erkannt. "Je nachgewünschter Sicherheitsstufe sind dabei auch rein organische Taggants möglich sowie unterschiedlichste Kombinationen, die ein besonders komplexes Signal ergeben", ergänzt der CTO. Alle Mischungen der Substanz sind stabil bei Temperaturen bis weit über 1.500 °C, unempfindlich gegen Säuren, Basen und Strahlung, chemisch hochresistent sowie toxikologisch unbedenklich. Die Partikel, die in der Regel eine Größe von etwa 1 bis 10 μm aufweisen, gehen zudem keine Wechselwirkungen mit anderen Stoffen ein. "Auch das Trägermedium ist inert, sodass kein Kunstwerk durch unsere Markierung beschädigt wird", erläutert Ebert." An diesem Carrier haben wir lange experimentiert, bis wir schließlich eine Trägersubstanz gefunden haben, die sehr gut haftet sowie geruchlos, wasserabweisend, deckungsstark und hitzebeständig bis 350 °C ist." Die SARD-Substanz wird der Flüssigkeit in einer zuvor berechneten Konzentration und der erforderlichen Partikelgröße beigemischt.

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