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Österreich bei Patenten EU-weit auf Platz 6

Credit: Österreichisches Patentamt/APA-Fotoservice/Rastegar
(v. l. n. r. ): Thomas Schiefermair (Gründer Qbot GmbH), Mag.a Mariana Karepova (Präsidentin Österreichisches Patentamt), Ing. Norbert Hofer (Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie), und Prof. Dr. Robert Fischer (Geschäftsführer AVL List).
Credit: Österreichisches Patentamt/APA-Fotoservice/Rastegar

Bundesminister Ing. Norbert Hofer und Patentamtspräsidentin Mag.a Mariana Karepova präsentierten am 26. April 2018 die Top-Unternehmen bei Marken und Patenten und die wichtigsten Märkte für Erfindungen.

von: Stefan Zwickl

„Wir haben es wieder geschafft. Mit insgesamt 12.000 Patenten jährlich sind wir EU-weit auf Platz sechs und weltweit auf Platz elf“, freut sich Bundesminister Ing. Norbert Hofer. Traditionell hatten die österreichischen Firmen vor allem Deutschland, die USA, Frankreich, Großbritannien und Italien im Visier. Dorthin haben sie exportiert und dort haben sie auch ihre Patente angemeldet. Die heimische Wirtschaft ist nun aber auch auf dem Großmarkt China angekommen. Die Anmeldungen von österreichischen Patenten sind im Reich der Mitte seit dem Jahr 2006 um 260 Prozent gestiegen. Der Schutz des geistigen Eigentums ist gerade für ein Land wie Österreich und seiner innovativen Unternehmerschaft immens wichtig. „Das Geschäft mit Kopien und Fälschungen ist ein Riesengeschäft: 590 Milliarden Euro werden weltweit damit pro Jahr umgesetzt“, weiß Bundesminister Hofer und ergänzt: „Keine österreichische Erfindung soll in diesem Spiel einen Schaden haben. Denn wir investieren heuer mehr als zwölf Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung – aus öffentlichen und privaten Mitteln. Diese Investitionen dürfen nicht verpuffen. Sie müssen gut geschützt sein.“

„Wir am Patentamt sind die Glücklichen, die als Erste den Löwenanteil dieser Innovationen in den Händen halten und die Antworten geben: Sind sie neu und erfinderisch? Werden daraus Patente?“, freut sich Mag.a Mariana Karepova, die Präsidentin des Österreichischen Patentamtes. „12.000 Patente und knapp 9.000 Marken weltweit aus Österreich ist eine sehr beachtliche Zahl. Der Wermutstropfen dabei: Nur 9 Prozent der KMU haben Patente, Marken oder Designs. Das ist viel zu wenig und kann schmerzhafte Folgen haben. Niemand will, dass ein anderer mit seinen Ideen Geschäfte macht.“

OBERÖSTERREICH FÜHRT RANKING DER ERFINDUNGSANMELDUNGEN AN

 Erfunden wird in Österreich überall – das war nicht immer so. „Ein Blick 30 Jahre zurück zeigt, dass Wien die Hauptstadt der Erfindungen war. Danach verteilen sich die Patente mehr und mehr auf das ganze Land“, sagt Karepova. „Heuer ist Oberösterreich mit 610 Anmeldungen Nummer eins im Patente-Ranking der Bundesländer. Die Chance, einem Erfinder oder einer Erfinderin zu begegnen, ist aber in Vorarlberg am höchsten. Gemessen an der Einwohnerzahl wird nirgends mehr patentiert“, so die Patentamtspräsidentin weiter. Die Top-Anmelder 2017 im Bereich Patente sind AVL List (155 Erfindungsanmeldungen), Tridonic (84) und Julius Blum (81). Bei den Marken führen die bekannten Consumer-Brands Österreichische Lotterien (30 Markenanmeldungen) und dem Handelsunternehmen Hofer (24) das Ranking an.

PATENTE SCHÜTZEN IDEEN UND DIE ERFOLGREICHE VERWERTUNG

Innovationen werden in Österreich von großen etablierten Unternehmen ebenso geleistet wie von kleinen aus der Start-up-Szene: „In der AVL arbeiten fast alle an Forschungs- und Entwicklungsaufgaben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihre Ideen einbringen und bei positiver Bewertung an diesen auch gleich weiterarbeiten. Bei uns wird aber eine Innovation nur prämiert, wenn diese durch ein Patent schützbar ist“, sagt Robert Fischer, Geschäftsführer von AVL List. „Dieser Schutz durch ein Patent ist für uns von wesentlicher Bedeutung, um Nachahmung zu verhindern“, so Fischer.

Eine Frage des Techniker-Stolzes ist hingegen das Patent des Start-ups qBot. „Wir haben während des Studiums drei Jahre an unserer Erfindung gearbeitet.“ erzählt Thomas Schiefermair, der gemeinsam mit seinen zwei Mitgründern eine Desktop CNC-Fräse entwickelt hat. Sie ist das Gegenstück zum 3D-Drucker. Während beim 3D-Druck Material Schicht für Schicht aufgebaut wird, trägt das Fräsen Material ab, bis das Bauteil übrig bleibt. „Wir sehen in dem Patent auch eine Auszeichnung für unsere Arbeit“, so der Gründer des Grazer Tech-Start-ups. Der detaillierte Jahresbericht des Österreichischen Patentamtes steht online zum Download zur Verfügung.

 

 

 


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